Philosophischer Essay Sinn Des Lebens

Wenn man "Wert" nur materiellen Gütern zuordnet, liegt die Möglichkeit zur Manifestierung eines Essays wie des Ausgangspost nahe, wobei ich schon verstehe, dass der Grundgedanke ein abstrahiertes philosophisches Essay zu präsentieren sein soll und nicht ein reine emotionale Meinung, die zwischen schwarz und weiss pendelt.

Sobald man z.B die Hoffnung als etwas Positives betrachtet oder auch nur eine kleine Geste, die einfach als "Zeichen" wirken kann und damit etwas auslöst, dass sich aufschaukelt und plötzlich eine riesige Lawine lostritt - also die Folgen darauf von viel grösserer Auswirkung werden als die Aktion selber war, so wird man den Sinn des Lebens schlussendlich anders betrachten; ich rede von Ursache und Wirkung.

Eine unbedeutende Ursache kann unter Umständen zu unglaublichen Manifesten führen und so Wirkung zeigen, die man niemals erwartet hätte. Eine reine Reihenfolge zu "nur was mir was bringt ist gut" führt zu keinem "Werden" oder einer (Weiter)entwicklung mit wirklichem Sinn, zumindest zu Keiner, die ich als etwas Höheres erachte. So wird die Summe nie zu mehr als die Bestandteile, die sie ausmachen...

...wobei ich mir bewusst bin, dass diesen Gedanken schlussendlich ein "krampfharter" Glaube an das Gute (resp. der Wille dazu) zugrunde liegt; also keine von Emotion entkettete abstrahierte Ansicht - wie immer man das auch definieren möchte.

Themen des 15. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2013)

Man hätte viel gewonnen, wenn man, durch zeitige Belehrung, den Wahn, dass in der Welt viel zu holen sei, in den Jünglingen ausrotten könnte. (Arthur Schopenhauer: Vom Unterschiede der Lebensalter. In: Sämtliche Werke, hg. v. W. von Löhneysen, Bd. IV: Parerga und Paralipomena I, Aphorismen zur Lebensweisheit. Darmstadt 1968, S. 572)

Habe ich das moralische Recht, über meine eigenen (angeborenen und erworbenen) Fähigkeiten alleine zu verfügen?

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, / Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen. / [...] / Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen; / Der Staat muß untergehn, früh oder spät, / Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet. (Fürst Sapieha in: Friedrich Schiller: Demetrius, I. Aufzug. Sämtliche Werke in 5 Bänden, hrsg. v. P.-A. Alt. A. Meier, W. Riedel. Dtv, München 2004, Band III, S. 24)

„Es gibt überhaupt kein Dasein, das beständig wäre – weder das unsre ist es, noch das der Dinge. Samt Verstand rollen und fließen wir wie alle sterblichen Wesen ohne Unterlaß dahin. So lässt sich nichts Sicheres von einem aufs andere schließen, befinden sich Urteilende wie Beurteiltes doch in fortwährendem Wechsel und Wandel.“ (Michel de Montaigne: Essais II,12. Apologie des Raymond Sebond. Frankfurt am Main 1998, S. 299. Übersetzung Hans Stilett.)

Themen des 14. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2012)

Darf Kunst alles? (Dieses Thema hat Prof. Reinold Schmücker vorgeschlagen, der bei der Winterakademie 2012 einen Vortrag hielt.)

„Die unzufriedenen Friedensfreunde, die mit dem Zustand des nichtfließenden Blutes noch nicht genug haben, denken in den Bildern eines messianischen Reiches, in dem Wolf und Lamm miteinander weiden. Die kleine Unwahrscheinlichkeit, daß der Wolf dabei überleben kann, indem er Gras frißt, wird hingenommen, obwohl sie doch an den Zeitpunkt denken läßt, an dem die Wölfe vom Aussterben bedroht sein werden und sich die Wolfsfreunde zusammentun müssen, um von irgendwoher Lämmer für die Wolfserhaltung zu beschaffen – die Lämmer von anderen Weiden natürlich. Man merkt, daß es ein anderer sein mußte, der sich den messianischen Zustand ausgedacht hat, als der, der sich die Natur ausgedacht hatte.“ (Hans Blumenberg: Ein mögliches Selbstverständnis. Reclam, Stuttgart 1997, S. 147 f.)

Ist die aus religiösen Traditionen begründete Beschneidung von Jungen, die aufgrund ihres Alters nicht einwilligen können, unmoralisch?

Wie viele Menschen wohnen denn in uns? Einer oben, einer in der Mitte, einer im Keller? Vielleicht auch einer gefesselt irgendwo in einem verriegelten Kabinett? Ich misstraue der Psychologie und der Psychoanalyse. [...] Man kann den Dämon des Menschen wohl andeutungsweise beschreiben, aber sezieren kann man ihn nicht [...] Der Dämon bleibt: Schmerzen, Tod, Liebe, Hass. (George Grosz: Ein kleines Ja und ein großes Nein. Dresden 1925. Abdruck in George Grosz: Der Spießer-Spiegel. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M. und Wien, 2000)

Themen des 13. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2011)

"The basis of optimism is sheer terror" - Die Grundlage des Optimismus ist die nackte Angst. (Oscar Wilde. - Vorgeschlagen hat das Thema Ulrich Horstmann, der bei der Winterakademie 2011 einen Vortrag hielt.)

Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt. (Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes. Vorrede. Theorie-Werkausgabe Bd. 3, S. 35)

Atomenergie ist absolut unverantwortlich und unbezahlbar. Unverantwortlich, weil schon ein einziges Atomkraftwerk aufgrund des Zwangs, den radioaktiven Abfall in unruhiger Erde über eine halbe Million Jahre zu lagern, für etwa 7000 Generationen nicht nur technische Schutzmaßnahmen, sondern polizeiliche und politische Restriktionen erfordert. (Dietrich Böhler in seiner Berliner Abschiedsvorlesung vom 17.7.2011. Quelle: www.information-philosophie.de – Zugriff am 11.8.2011)

Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden in den Staaten oder die heutigen sogenannten Könige und Gewalthaber sich aufrichtig und gründlich mit Philosophie befassen und dies beides in eines zusammenfällt, politische Macht und Philosophie [...], gibt es, mein lieber Glaukon, kein Ende des Unheils für die Staaten, ja, wenn ich recht sehe, auch nicht für das Menschengeschlecht überhaupt [...].  (Platon, Staat, 473c–e)

Themen des 12. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2010)

Wenn man zu denken anfängt, beginnt man untergraben zu werden. (Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos. Rowohlt Verlag, Hamburg 1984, S. 10. Französ. Orig. 1942)

Nicht die Dichter, sondern die Schachspieler werden verrückt; Mathematiker verlieren den Verstand und Bank-Kassierer; aber schaffende Künstler selten. Ich gedenke keineswegs die Logik anzugreifen, ich sage nur, dass die Gefahr des Verrückwerdens in der Logik liegt und nicht in der Fantasie. (Chesterton, G. K.: Orthodoxy (1908). Zit. nach: Cohen, Martin: 99 philosophische Rätsel. München 2005, S. 240-241)

Oh, hüte dich vor allem Bösen! Es macht Pläsier, wenn man es ist, es macht Verdruß, wenn man’s gewesen. (Wilhelm Busch: Die fromme Helene, 1872)

Vielleicht würde es viel mehr Sinn machen, einfach unterzugehen, anstatt immer oben zu schwimmen. Wer sagt, dass wir überleben müssen und dass wir alles immer schaffen müssen? Ich meine, wir könnten auch mal alles aufbauen in unserer Gesellschaft nach dem Motto: „And the looser is ...“, dass das Verlieren das wirklich Große ist im Leben. (Dani Levy, Drehbuchautor und Regisseur, in: Zeit-Magazin vom 31.3.2010)

Themen des 11. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2009)

Wie verschiedenartig bewerten wir doch die Dinge! Wie oft ändern wir unsere Vorstellungen! Was ich heute meine und glaube, meine und glaube ich aus innerster Überzeugung: All meine Kräfte stehn mir mit allem, was sie vermögen, dafür ein. Keine Wahrheit könnte ich mit größerer Inbrunst mir zu eigen machen und bewahren als diese. Ich bin ganz von ihr eingenommen, ich bin es wirklich. Und dennoch: Ist es mir nicht widerfahren – und das keineswegs nur einmal, sondern hundertmal, tausendmal und alle Tage -, daß ich mir hernach mit denselben Kräften und derselben Inbrunst irgendeine andere Wahrheit zu eigen machte, die ich inzwischen auch wieder als falsch verworfen habe? (Michel de Montaigne: Essais II,12. Apologie des Raymond Sebond. Frankfurt am Main 1998, S. 281. Übersetzung Hans Stilett)

Toleranz steht auf dem Paravent, hinter dem sich Bequemlichkeit, Faulheit und Feigheit verstecken. Toleranz ist die preiswerte Alternative zum aufrechten Gang, der zwar gepredigt, aber nicht praktiziert wird. Wer heute die Werte der Aufklärung verteidigen will, der muss intolerant sein, der muss Grenzen ziehen und darauf bestehen, dass sie nicht überschritten werden. (Henryk M. Broder, „Toleranz hilft nur den Rücksichtslosen“, in: Spiegel online, 25. Juni 2007 - (URL: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,490497,00.html)

Welche philosophische Erkenntnis von allen, die Ihnen bisher begegnet sind, ist für Sie persönlich die wichtigste?

So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! (Buchtitel des Regisseurs Christoph Schlingensief, 2009)

Themen des 10. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2008)

Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich. (Die Bibel: Das Buch Genesis, 1, 26)
Der Mensch ist überhaupt kein Ebenbild. Er ähnelt niemandem. Bescheidener gesagt: das Original ist völlig unbekannt. (Ludwig Marcuse: Das vierte Bild vom Menschen. In: Darmstädter Gespräch: Ist der Mensch messbar? Neue Darmstädter Verlagsanstalt. Darmstadt 1959, S. 184)
Aufgabe: Setzen Sie sich mit den beiden Zitaten im Blick auf die philosophische Frage "Was ist der Mensch?" auseinander.

[...] Es ist ebenso unmoralisch, Geld von den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben, unter der Voraussetzung, dass die Reichen ihr Geld ehrlich verdient haben. Wieso ist Stehlen moralisch? Und wo ist der Unterschied zwischen Besteuerung und Diebstahl? (Milton Friedman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1976, im Interview mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft vom 23.6.06)

Ich behaupte, dass wir im Westen gegenwärtig in der besten sozialen Welt leben, die es je gegeben hat - und zwar trotz des Hochverrates der meisten Intellektuellen, die eine neue Religion verkünden, eine pessimistische Religion, dergemäß wir in einer moralischen Hölle leben und an physischer und moralischer Verschmutzung zugrunde gehen. (Karl R. Popper: Gegen den Zynismus in der Interpretation der Geschichte. Rede anlässlich der Verleihung des Ehrendoktors an der Katholischen Universität Eichstätt 1991; veröff. Regensburg 1992)

Ist Wahrheit eine Erfindung des Menschen?

Themen des 9. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2007)

Ich komme gut damit zurecht, dass ich vergänglich bin und das, was ich schreibe, auch: total vergänglich. Meine Kinder werden einmal weg sein und ihre Enkelkinder auch, mein Hund wird tot sein und die Kinder des Hundes auch. Das macht mir nichts, so gehört es sich ja auch. Aber was mir wirklich Angst macht, ist, dass in Millionen von Jahren die Sonne die Erde schlucken wird. Sie ist so einzigartig! Wozu das alles, wenn die Erde untergehen wird? Die Literatur, die Musik, alle Gebäude, alles weg. Diese Vorstellung macht mir in der Tat große Bange. (Irene Dische, Schriftstellerin, in: Chrismon, Heft 3/2006, S. 29)

Trotzdem jede Minute daran erinnert, dass wir im Kriege und im Feindesland sind, bin ich immer noch der Ansicht, dass die dritte Kantische Antinomie wichtiger ist, als dieser ganze Weltkrieg, und dass Krieg zur Philosophie sich verhält wie Sinnlichkeit zur Vernunft. ("Aus dem Feldpost-Brief eines kriegsfreiwilligen Kanoniers und Studenten der Philosophie“ (Hellmuth Falkenberg) an seinen Philosophieprofessor H. Rickert 1914. Der Brief erschien 1915 in "Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur"; Abdruck in SZ, 12./13.Juli 2003.)

Man kann darauf bedacht sein, das Gute durchzusetzen und zu verwirklichen, oder man kann darauf bedacht sein, ein guter Mensch zu werden - das ist zweierlei, es schließt sich gegenseitig aus. - Die meisten wollen gute Menschen sein. (Max Frisch, Tagebuch 1946-1949. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1950)

Wessen kann ich mir gewiss sein?

Themen des 8. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2006)

"Es gibt keine ausgezeichnetere Lebensform als das Sichfreihalten für die Philosophie." (Die vierzigste der 219 Thesen, die der Bischof Tempier von Paris am 7. März 1277 verurteilte. Aus: Kurt Flasch, Hrsg.: Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung. Mittelalter. Reclam, Stuttgart 1982, S. 360)

Ich kann tun, was ich will: ich kann, wenn ich will, alles, was ich habe, den Armen geben und dadurch selbst einer werden - wenn ich will! - Aber ich vermag nicht, es zu wollen; weil die entgegenstehenden Motive viel zuviel Gewalt über mich haben, als dass ich es könnte. (Arthur Schopenhauer: Preisschrift über die Freiheit des Willens. In: Sämtliche Werke, hrsg. v. Wolfgang Frhr. v. Löhneysen, Bd. III, S. 563)

Tut Glück dem Menschen gut?

Ich muss Politik und Krieg studieren, damit meine Söhne die Freiheit haben, Mathematik und Philosophie zu studieren. Meine Söhne sollten Mathematik und Philosophie studieren, außerdem Geographie, Naturgeschichte, Schiffbau, Navigation, Handel und Landwirtschaft, damit sie ihren Kindern das Recht geben, Malerei, Poesie, Musik, Architektur, Dekoration und Porzellan zu studieren. (John Adams, 1735-1826, 2. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, in einem Brief an seine Frau Abigail Adams, May 12, 1780)

Themen des 7. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2005)

"So wie eine große Versuchsstätte, wo die besten Arten, Mensch zu sein, durchgeprobt und neue entdeckt werden müssten, hatte er sich früher oft das Leben gedacht, wenn es ihm gefallen sollte. Dass das Gesamtlaboratorium etwas planlos arbeitete und dass die Leiter und die Theoretiker des Ganzen fehlten, gehörte auf ein anderes Blatt." (Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. 1. Teil. Neue durchges. u.. verb. Ausgabe. Reinbek b. Hamburg 1992, S. 152.)

"Was ist der Tod?", fragte Francine Patterson ihren Schützling. Koko überlegte, dann deutete sie auf drei Zeichen: "Gemütlich - Höhle - auf Wiedersehen." (Koko ist eine Gorilla-Dame, die angeblich ca. 2000 englische Wörter versteht und einen Intelligenzquotienten von 95 haben soll. Bericht in: Die Zeit, 12.5.05)

"Ein Fürst, und namentlich ein neuer Fürst, kann nicht so handeln, wie die Menschen gewöhnlich handeln sollten, um rechtschaffen genannt zu werden; das Staatserfordernis nötigt ihn oft, Treue und Glauben zu brechen und der Menschenliebe, der Menschlichkeit und Religion entgegen zu handeln. Er muss also nach dem Winde segeln, aber nicht ganz vom Wege des Guten ablenken, solange dies nur möglich ist; erst dann muss er ohne Bedenken Verbrechen begehen, wenn es die äußerste Not erfordert. (Niccolò Machiavelli: Der Fürst. XVIII. Kapitel. In: Machiavelli: Politische Schriften, hrsg. v. H. Münkler, Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1990, S. 97 f.)

Soll die Freiheit wissenschaftlichen Forschens eingeschränkt sein?

Themen des 6. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2004)

"Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Nur schade, dass es eine Dornenkrone ist." (Stanislaw J. Lec)

"[...] erstens: es gibt nichts; zweitens: wenn es auch etwas gäbe, wäre es doch für den Menschen unerkennbar; drittens: wenn es auch erkennbar wäre, wäre es doch unserem Mitmenschen nicht mitteilbar und nicht verständlich zu machen." (Grundthesen des Gorgias von Leontinoi in seiner verlorenen Schrift "Vom Nichtseienden" - so referiert von Sextus Empiricus, zit. in : Die Vorsokratiker, hrsg. v. Wilhelm Capelle. Kröner Verlag, Stuttgart 1968, S. 345)

"Die Kunst macht den Anblick des Lebens erträglich, dadurch dass sie den Flor des unreinen Denkens darüber legt." (Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Werke in sechs Bänden. Hrsg. von Karl Schlechta, Carl Hanser Verlag München-Wien. Band II, Seite 548. Erstausgabe 1878)

Ist es moralisch zu rechtfertigen, dass man ein von Terroristen entführtes Flugzeug abschießt, "wenn nach den Umständen davon auszugehen ist, dass das Luftfahrzeug gegen das Leben von Menschen eingesetzt werden soll"? (§ 14 Luftsicherheitsgesetz)

Themen des 5. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2003)

Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können.(Otto Neurath: Protokollsätze. In: Erkenntnis, Bd. 3 (1932/33). S. 204-214, hier S. 206)

Jeder Mensch hat Gewissen, und findet sich durch einen inneren Richter beobachtet, bedroht und überhaupt im Respekt (mit Furcht verbundener Achtung) gehalten, und diese über die Gesetze in ihm wachende Gewalt ist nicht etwas, was er sich selbst (willkürlich) macht, sondern es ist seinem Wesen einverleibt. (Immanuel Kant: Metaphysik der Sitten. Tugendlehre. Ethische Elementarlehre, 1. Buch, 2. Hauptstück, § 15. In: Weischedel (Hrsg.): Kant. Werke, Bd. 7, S. 573)

Ist der Mensch mehr als Materie?

Themen des 4. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2002)

"Demokrit und Heraklit waren zwei Philosophen. Der eine fand das Menschsein nichtig und lächerlich; deshalb zeigte er, wenn er ausging, auf seinem Gesicht immer ein spöttisches Lächeln. Heraklit reagierte gerade umgekehrt. Die gleiche Situation von uns Menschen erweckte in seinem Herzen Mitleid und Teilnahme; sein Gesicht war deshalb immer traurig, seine Augen voll Tränen. Mir liegt die Auffassung des ersten mehr; nicht weil Lachen erfreulicher ist als Weinen, sondern weil sie stolzer ist und weil sie, besser als die andere, unsere Verworfenheit andeutet." (Michel de Montaigne. Die Essais. Herausgegeben und übertragen von Arthur Franz. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1953, S. 157. Originalausgabe 1572/1588)

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen."
(Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Schlusssatz des 18. Stücks. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1975, S. 42. Erstausgabe 1951)
[Vorschlag von Herrn Riegels aus Düsseldorf]

Worin unterscheiden sich Glauben und Wissen?

Themen des 3. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2001)

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass es kaum eine mörderischere, despotischere Idee gibt als den Wahn einer, ´wirklichen´ Wirklichkeit (womit natürlich die eigene Sicht gemeint ist), mit all den schrecklichen Folgen, die sich aus dieser wahnhaften Grundannahme dann streng logisch ableiten lassen. Die Fähigkeit, mit relativen Wahrheiten zu leben, mit Fragen, auf die es keine Antworten gibt, mit dem Wissen, nichts zu wissen, und mit den paradoxen Ungewissheiten der Existenz, dürfte dagegen das Wesen menschlicher Reife und der daraus folgenden Toleranz für andere sein." (Paul Watzlawick, Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn- Täuschung - Verstehen. München / Zürich 17. Aufl. 1989, S. 218 f.)

Zu einem gerechten Krieg sind drei Dinge erforderlich: Erstens die Vollmacht des Fürsten, auf dessen Befehl hin der Krieg zu führen ist. [...] Zweitens müssen diejenigen, die mit Krieg überzogen werden, dies einer Schuld wegen verdienen. [...] Drittens wird verlangt, dass die Kriegführenden die rechte Absicht haben, nämlich entweder das Gute zu vermehren oder das Böse zu vermeiden. [...] Es kann aber vorkommen, dass der Krieg wegen einer verkehrten Absicht unerlaubt wird, obwohl die Vollmacht dessen, der ihn erklärt, rechtmäßig ist und ein gerechter Grund vorliegt. Denn Augustinus sagt: "Die Sucht zu schaden, die Grausamkeit des Rachedurstes, ein unversöhnter und unversöhnlicher Geist, die Wildheit des Gegenschlages, die Gier nach Macht und was es sonst dergleichen geben mag, das alles wird in der Kriegsführung mit Recht als Schuld erklärt." (Thomas von Aquin, Summa theologica. Deutsche Thomas-Ausgabe. Heidelberg / Graz / Wien / Köln 1966, Bd. 17 B, S. 83 f.)

Soll der Mensch den Menschen klonen dürfen?

Themen des 2. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (2000)

"Im Namen der Toleranz sollten wir daher das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren" Karl R. Popper, aus: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band I, Bern 1957, S. 268

"Es ist eine Torheit, nach unserem Erkenntnisvermögen über Wahrheit oder Unwahrheit zu bestimmen." Michel de Montaigne, Essais, Übersetzung 1998.

"Verlange nicht, dass die Dinge gehen, wie du es wünschest, sondern wünsche sie so, wie sie gehen, und dein Leben wird ruhig dahin fließen." Epiktet, Enchairidion, Handbüchlein der stoischen Moral, VIII. (um 100 n. Chr)

Themen des 1. Bundes- und Landeswettbewerbs Philosophischer Essay (1999)

Da "doch die Vernunft vom Throne der höchsten moralisch gesetzgebenden Gewalt herab den Krieg als Rechtsgang schlechterdings verdammt, den Friedenszustand dagegen zur unmittelbaren Pflicht macht ... so muss es einen Bund von besonderer Art geben, den man den Friedensbund nennen kann, ... (der) alle Kriege auf immer zu endigen suchte."
(Immanuel Kant, Akademieausgabe Bd. VIII, Berlin 1968, S. 356)

"Was ist zum Schluss der Mensch in der Natur? Ein Nichts vor dem Unendlichen, ein All gegenüber dem Nichts, eine Mitte zwischen Nichts und All."
(Blaise Pascal: Pensées, Nr. 72)

"Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein." (Jean Paul Sartre: Ist der Existenzialismus ein Humanismus? In: Drei Essays, Ullstein Tb, Berlin/Frankfurt 1968, S. 16)

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